
Finden Sie Ihre Schmerzdiagnose doch selbst
(einfach anklicken)
erfahrene
Schmerztherapeuten in Ihrer Nähe
ALKOHOLISCHE POLYNEUROPATHIE
degenerative Polyneuropathie
Die alkoholische Polyneuropathie kann auch als exotox
ische (=
Gifte die dem Körper zugeführt werden) Polyneuropathie
bezeichnet werden.
Die
alkoholische Polyneuropathie ist
eine Nervenkrankheit infolge
übermäßigem Alkoholgenuß.
Eine
alkoholische Polyneuropathie kann letztlich
aber zwei Ursachen haben:
- direkte
tox ische (= giftige) Wirkung des Alkohols
(C2H5OH) auf die Nervenzellen, oder
- indirekt als Folgeerscheinung der Mangel- und
Unterernährung, wie sie bei Alkoholikern oft angetroffen wird. In diesem
Falle handelt es sich dann genau genommen aber um eine
degenerative Polyneuropathie.
Die ersten Anzeichen einer alkoholische
n Polyneuropathie treten hpts. in den F
üßen, seltener auch in den Hän den auf: Kribbeln, wie
Ameisenlaufen, Pelzigkeit, Taubheitsgefühle und z.T.
auch nächtliche Schmerzen (neuropathische
Schmerzen).
Im fortgeschrittenen Stadium führt die alkoholische Polyneuropathie zu brennenden Dauerschmerzen im
Versorgungsgebiet peripherer (= außerhalb Rückenmark und
Gehirn verlaufender) Ner ven,
Parästhesien (=
Fehlempfindungen),
Hyperästhesien (= gesteigerte Empfindlichkeit für
Sinnesreize) und
Hyperpathien
(= gesteigerte Berührungsempfindlichkeiten), Druckschmerzhaftigkeit
von Ner ven
und Mus keln sowie evtl. motorischen (= die
Muskelfunktion betreffende) Reizerscheinungen (Cram pi) (Gerstenbrand
et Rumpl 1988) und
Wadenkrämpfe. In schweren Fällen kann es zu motorischen
(= die Muskelkraft betreffenden) Ausfällen mit
entsprechenden Gangstörungen kommen kommen. Charakteristisch für die alkoholische Polyneuropathie
ist eine Lähmung der Peroneusnerven, wobei dann die Zehen bzw. Vorfüße nicht
mehr angehoben werden können was natürlich beim Gehen sehr hinderlich ist.
Schmerzattacken wie bei einer Neuralgie
sind sehr selten.
Charakteristisch sind auch socken- bzw. handschuhförmige
Sensibilitätsstörungen (= Störungen der Empfindlichkeit). Der
brennen de Schmerzcharakter kann manchmal zur Verwechslung mit einer
Kausalgie
(Komplexes
regionales Schmerzsyndrom Typ II)
führen.
Untersuchung:
Die alkoholische Polyneuropathie
führt zu Hypo- bis Areflexie (= Abschwächung bis hin zu Ausfall der
Muskeleigenreflexe), Ausfällen im Vibrationsempfinden
(Pallhypästhesie bis hin zu
Pallanästhesie im Stimmgabelversuch) und Störungen der Sudomotorik (=
Schweißverhalten), die von Lähmungen begleitet sein können.
Je
nach Verteilungsmuster unterscheidet man symmetrische und asymmetrische, rein
sensorische (= die Empfindlichkeit betreffende)
oder sensorisch-motorische (= die Empfindlichkeit und
Muskelkraft betreffende) Formen von Polyneuropathie
n.
EMG (Elektromyographie)
und NLG (Nervenleitgeschwindigkeit) sichern die Diagnose.
Kausales (=
auf die Ursache gerichtetes) Verhalten bei einer alkoholische
n Polyneuropathie:
-
Strenge Alkoholabstinenz, eventuell
vorheriger Entzug sowie Normalisierung der Essensgewohnheiten.
Hilfreich ist auch eine (Vitamin B1).
Symptomatische
(=
auf die Krankheitszeichen ausgerichtete) Therapie einer alkoholische
n Polyneuropathie:
- Neurotrope Vitamine (=
"Nervenvitamine"): Die mehr oder weniger hochdosierte
Verabreichung neurotroper Vitamine ist bei Polyneuropathie (alkoholische)
allgemein üblich.
Mit Ausnahme von B1 führt diese Therapiemaßnahme in den wenigsten Fällen zu einer
Verbesserung. Hohe Dosen von Vitamin B6 können selbst neurotox
isch
(=
wie ein Nervengift) wirken und eine Polyneuropathie induzieren, über die
zentralen Effekte von Vitamin B12 sind die Meinungen im Widerstreit (Zöllner
et al. 1988).
- Gegen die Schmerzen bei einer Polyneuropathie (alkoholische) wirken am besten
sog. Antiepileptika (= eigentlich Mittel gegen die Fallsucht,
aber auch bei alkoholische
r Polyneuropathie hilfreich). Als erste
Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin.
- Analgetika (=
Schmerzmittel):
Neuropathische Schmerzen sind in der Regel durch Schmerzmittel nur
schwerlich günstig zu beeinflussen (gilt auch für die alkoholische Polyneuropathie). Am ehesten ist noch ein Effekt von zentral
wirksamen Analgetika (= Schmerzmittel die im Rückenmark /
Gehirn wirken) zu erwarten. Aus diesem Grunde ist es nicht möglich,
ein sicher wirksames Medikament zu empfehlen. Eine Kombination aus Metamizol und Chinin soll relativ zuverlässig schmerzlindernd sein. Ein
Gemisch aus Uridin- und Dinatriumsalze (Keltican®) kann versucht werden.
- Andere
Medikamente: Bei crampiformen (= muskelkrampfartige)
Beschwerden werden zur Schmerzbehandlung Baclofen und Calcium-Antagonisten
empfohlen (Gerstenbrand et Rumpl 1988). Unter dem Aspekt der
Schmerzdistanzierung können
Antidepressiva und
Neuroleptika (=
Mittel zur Behandlung der Psyche, aber auch bei
Schmerzen wirksam)
versucht werden.
Physikalische Therapie der Polyneuropathie (alkoholische):
Eine
Vielzahl von Methoden sind geeignet, das Schmerzbild einigermaßen erträglich
zu halten. Zu erwähnen wären besonders kalte oder warme Wickel, Wechselbäder,
Kneipp`sche Güsse oder eine oberflächliche Kryobehandlung (=
Kältebehandlung) mit Kondensationsdampf aus flüssigem Stickstoff
oder Kaltluftgenerator.
In einigen Fällen kann auch eine Linderung mit
transkutaner Nervenstimulation (TENS) mittels Niederfrequenzgenerator über
Klebeelektroden herbeigeführt werden.
Neuerdings führen wir auch bei der alkoholische
n
Polyneuropathie
im Bereich der unteren Extremitäten
(= Beine) zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis Therapie durch. Die Unterschen
kel des
Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen
Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz
pulssynchron (= in Ahängigkeit vom Pulsschlag)
zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales
(= im gleichen Rhythmus)
Gefäßtraining. Durch
die Verbesserung der Durchblutung wird der Stoffwechsel der Nervenzellen
optimiert. Mehr
über diese Therapie erfahren Sie hier:
www.1-avk.de
(einfach anklicken).
Spezielle Schmerztherapie
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
bei Polyneuropathie (alkoholische):
Wiederholte Nervenblockade
n - Die wiederholte Blockierung (Betäubung) der
korrespondierenden Nervenleitungen mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) hat sich sehr bewährt. Dabei kommt es neben
der (erwünschten) Hemmung der Nozizeption (=
Schmerzreizleitung) gleichzeitig zu einer Blockade vegetativer
(sympathischer) Faseranteile, woraus eine sehr deutliche Mehrdurchblutung
im korrespondierenden Gewebebereich resultiert, die jedem entzündlichen, aber
auch degenerativen (degenerative Polyneuropathie
!) Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung nicht
nur symptomatisch (= nur auf Krankheitszeichen ausgerichtete), sondern
auch kurativ (= auf
die Ursache ausgerichtet).Die ausgeprägte Mehrdurchblutung
führt auch zu einer Optimierung eines gestörten und
damit potentiell schmerzauslösenden Metabolismus (=
Stoffwechsel) der Nervenzellen.
Im Bereich der oberen Ex tremitäten
(= Ar me)
bietet sich die
Blockade des Plexus brachialis (= großes Armnervengeflecht)
an, insbesondere
kontinuierlich mit Katheter. Im Bereich der unteren Ex tremitäten
(= B eine)
kann, besonders bei distal (= weiter unten)
betonten
Schmerzen, zunächst der Nervus ischiadicus wiederholt blockiert
werden. Nach probatorisch guter Wirkung empfiehlt sich zur Durchführung einer
kontinuierlichen (repetitiven) Blockade die
Einpflanzung eines Katheters (*
siehe unten).
Bei den häufig vorkommenden sockenförmigen Beschwerden gilt es
jedoch zu bedenken, daß im Knöchelbereich auch der Nervus saphenus beteiligt
sein kann, der dann in die Blockadetherapie mit einbezogen werden muß. Bei
Beschwerden im Bereich der unteren Ex tremitäten
(= B eine)
kann auch eine niedrig dosierte
peridurale (= rückenmarknahe) Blockade
durchgeführt werden. Dabei gilt, daß eine Therapie mit Leitungsblockaden dann
optimal ist, wenn diese möglichst kontinuierlich durchgeführt werden, d.h.,
die Folgeblockade sollte immer dann gesetzt werden, wenn die vorhergehende eben
abgeklungen ist. Dieser Forderung wird am ehesten die Kathetertechnik gerecht (*
siehe unten). In der Regel reicht eine geringe
Lokalanästhetika-Dosierung aus
(z.B. Bupivacain 0,125 bis 0,15%).
Zur Therapie werden auch Sak ralblockaden (= rückenmarknahe
Blockade durch eine Öffnung im Kr euzbein
hindurch) empfohlen (Kossmann et al. 1988).
Fast regelmäßig kommt es nach einer intensiven
Blockadebehandlung auch bei der alkoholische
n
und auch degenerative n
Polyneuropathie
zu einer Besserung der
Pallästhesie (=
Vibrationsempfinden), so daß sich die diesbezügliche Untersuchung zur
Objektivierung eines Behandlungserfolges eignet.
Als hilfreich hat sich (zusätzlich) auch eine
Infusionsserie mit Lidocain (= ein mittellang wirkendes,
örtliches Betäubungsmittel)
erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender
Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe
einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei
sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen
eingehalten werden sollte.
Man kann Lidocain (2%ig) auch
serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen in die A. femoralis
(= Spritzen in die Beinschlagader)
verabreichen, so z.B. 2 mal täglich 1-1,5ml
(= 20-30 mg) im
Abstand von 10-12 Stunden über 10 Tage. Dabei gelangt das örtliche
Betäubungsmittel über die sog. Endstrombahn auch auf die venöse Seite und führt
auch dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung bei gleichzeitiger
Schmerzlinderung. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt
trotzdem eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympathische
(= Teil des unwillkürliche
Nervensystem betreffende)
Nervenfasern verlaufen. So wird z.B. in der Neuraltherapie aus diesem Grunde
bewußt um das Gefäß herum infiltriert.
* Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade eines Nerven mit Katheter wird ein dünner
Kunststoffschlauch dicht an den betroffenen Ner ven
oder das betroffene
Nervengeflecht eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche
Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der
Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos
nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel in den Katheter auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung
auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen, auch bei einer alkoholische
n
Polyneuropathie..
Besteht die alkoholische
oder auch degenerative Polyneuropathie bzw. der dadurch verursachte
Nervenschmerz längerfristig, so
ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer
Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische
(= körperliche) Behandlung kaum
mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch
/psychotherapeutische Interventionen erfolgen, hilfreich ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining.

Die Klinik im Film
- Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über
Schmerzbehandlungen
gelangen Sie
hier (einfach anklicken).
Wenn Sie eine genaue
Anfahrtsbeschreibung ab Ihrem Wohnort wünschen, klicken sie
hier.
Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer
ein Arzt zu konsultieren!Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen
wir auch keine Haftung für die Inhalte
externer
Links. Für den Inhalt der
verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
Weitere Schmerzthemen (Auswahl)
Zu
allen (832!) Schmerzthemen gelangen Sie hier:
www.schmerzklinik.com/schmerzthemen (einfach nur anklicken)
Aktualisiert: >10.02.2008</> kusb&
A
Ablatio mammae,
Achillobursitis,
Achillotendinitis,
Achillessehnenschmerz,
adhäsive Kapsulitis,
Adduktorensyndrom (www.adduktoren-syndrom.de),
Algodystrophie,
Algoneurodystrophie,
Alkoholische
Polyneuropathie,
Allodynie,
Amputation,
anhaltende
idiopathische Gesichtsschmerzen,
apoplektischer Insult,
Apoplex (1),
Apophysitis calcanei,
Apoplex (www.apoplex.biz)
(2),
Apoplexie,
arterielle
Durchblutungsstörung,
Armschmerz (http://www.armschmerz.eu),
arterielle
Verschlußkrankheit (http://www.arterielle-verschlusskrankheit.eu),
Arteriitis cranialis,
Arthralgie (www.arthralgie.com),
Arthritis (www.arthropathien.de/arthritis)
(1), Arthritis (www.arthritis-information.de),
Arthritis gonorrhoica,
Arthrodynie,
Arthrose (http://www.arthrose.tv)(1),
Arthrose (www.iliosakralgelenk.de/arthrose)
(2),
Arthrose (www.arthrose.co.uk)
(3),
Arthrose des Kniegelenks,
Arthrose im
Schultergelenk,
Arthroseschmerz,
atypische Gesichtsschmerzen,
B
Baastrup Syndrom (www.baastrup-syndrom.de),
Schmerzklinik (1),
Schmerzklinik (2),
Schmerzklinik (3),
Schmerzklinik (4)
--------------------------
www.alkoholische-polyneuropathie.de
<strong>degenerative Polyneuropathie</strong>